Darauf legen wir Wert

in den Kindergartengruppen...

 

Atmosphäre

Unsere Einrichtung ist ein Haus, in dem sich Kinder und Erwachsene in einer einladenden und gemütlichen Atmosphäre wohlfühlen können. Wir gestalten unseren Kindergarten freundlich und ansprechend. Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ legen wir besonderen Wert auf übersichtliche, warme und farblich abgestimmte Räume. Das Zusammenleben zeichnet sich durch eine gute Stimmung sowie durch einen offenen, fröhlichen und menschlichen Umgang miteinander aus.


Gruppeneinteilung

Jedes Kind erhält bei Kindergarteneintritt einen Platz in einer der zwei Kindergartengruppen, die von zwei bis drei Bezugspersonen geleitet wird. Bei der Gruppenzusammensetzung achten wir auf eine gute Mischung von Alter und Geschlecht der Kinder. So sind für die Kinder häusliche und emotionale Orientierung und Sicherheit gewährleistet und auch den Eltern stehen feste Ansprechpartner gegenüber. Innerhalb der vorgegebenen pädagogischen Gesamtkonzeption unseres Hauses ist eine individuelle Gestaltung des Kindergartenalltags in den einzelnen Gruppen möglich. In jeder Gruppe wird in unterschiedlicher Weise viel Wert auf die für die kindliche Entwicklung so wichtigen Rituale gelegt. Dies sind u.a. der Morgenkreis, die gegenseitige Begrüßung und Verabschiedung, die Geburtstagsfeier, das Aufräumen u.v.m. Unsere Arbeit im Kindergarten wird vom kindlichen Alltag bestimmt. Wir nehmen uns viel Zeit, um die Kinder dort zu beobachten, ihre Lebenssituationen, Bedürfnisse, Wünsche und Interessen zu erkennen und darauf einzugehen. Dabei ermöglicht uns die Zugehörigkeit der Kinder zu einer konstanten Gruppe eine fundierte Beobachtung. Zusätzliche Beobachtungen durch Kolleginnen und eine Erweiterung der kindlichen Erfahrungsbereiche bietet der Schwerpunkt „Öffnung des Hauses“.

 

Eingewöhnung

Ein guter Einstieg von der Familie in den Kindergarten ist uns sehr wichtig. Deshalb legen wir großen Wert auf eine gute Eingewöhnung und gestalten diese in einzelnen Schritten:

1. Informationsabend

Wir informieren die neuen Eltern über den Kindergartenalltag und machen unsere Arbeit möglichst transparent; denn gut informierte Eltern fühlen sich sicherer und geben dieses Gefühl der Sicherheit an ihre Kinder weiter.

2. Besuchstag 

Die Kinder kommen mit ihren Eltern für ca. eine Stunde in den Kindergarten, um das Gruppenpersonal und die Räumlichkeiten zusammen mit einer vertrauten Bezugsperson kennen zu lernen.

3. Schnuppertag

Die Kinder dürfen einen Vormittag (bzw. zwei bis drei Stunden) ohne Eltern in ihrer zukünftigen Gruppe verbringen. Dies ist eine erste kurze Lösung von den Eltern. Das Gruppenpersonal und die Kinder haben somit die Möglichkeit in näheren Kontakt zu treten. Die Kinder erleben den Kindergartenalltag mit und knüpfen erste Kontakte mit den Gleichaltrigen, mit denen sie künftig in einer Gruppe sein werden.

4. Erster Kindergartentag

Der erste Kindergartentag findet gestaffelt statt; d.h. pro Tag kommen maximal zwei neue Kinder in eine Gruppe. Dadurch hat das pädagogische Personal Zeit sich um jedes neue Kind und dessen Eltern intensiv zu kümmern.

5. Eingewöhnungsgespräch

Mit allen neuen Eltern wird nach den ersten Wochen ein kurzes Eingewöhnungsgespräch nach einem dafür erarbeiteten Leitfaden geführt. (Bsp. Wie war die Ablösung? Erzählt das Kind vom Kindergarten? Was spielt das Kind gerne? Was ist uns aufgefallen? Was haben wir beobachtet?)

 

Öffnung des Hauses

Während der Freispielzeit stehen den Kindern viele verschiedene Spiel- und Funktionsbereiche im ganzen Haus zu Verfügung. Alle Kinder haben ein „Zeichen“ (Symbol an der Garderobe), mit dem sie sich an einer Magnettafel im Gruppenraum bei dem jeweiligen Bereich, den sie besuchen wollen, eintragen können. Jeder Bereich darf von je zwei Kindern pro Gruppe genutzt werden. Bevor sie jedoch den Raum verlassen, müssen sie dem päd. Personal Bescheid geben und sich abmelden. Die Gestaltung der Spielbereiche und Räumlichkeiten orientiert sich an der Erlebniswelt der Kinder und wird entsprechend ihrer Bedürfnisse immer wieder verändert. Somit entsteht für die Kinder ein anregungsreiches Umfeld mit vielen verschiedenen Lern- und Erfahrungsfeldern.

 
Freispiel

Wir legen im Kindergartenalltag großen Wert auf das Freispiel.

Dies bedeutet eine bestimmte Zeitdauer und Situation während des Tagesablaufes, in der die Kinder unter Einhaltung bestimmter Regeln:

  • ihren Spielort frei wählen können
  • selbst entscheiden, was sie tun möchten (z.B. spielen, beobachten, essen, ausruhen)
  • alleine oder mit anderen zusammen etwas tun können
  • mit oder ohne Material spielen können, das sie aus einem überschaubaren und abwechslungsreichen Spielangebot wählen
  • den Spielverlauf, die Intensität, das Tempo und das Ende des Spieles selbst bestimmen können

Wir nutzen diese Zeit, um die einzelnen Kinder, Kleingruppen, aber auch die Situation der ganzen Gruppe intensiv zu beobachten, oder uns aktiv am Spiel zu beteiligen und dabei die Entwicklungsschritte der Kinder zu erkennen. Das Spiel beansprucht den ganzen Menschen, seine geistigen und körperlichen Fähigkeiten und seine Gefühle. Das Kind muss sich dabei konzentrieren, es handelt und beobachtet die Wirkungen seines Handelns, entdeckt Zusammenhänge, erfährt physikalische Eigenschaften der Dinge, erwirbt Wissen und erlebt das Miteinander mit verschiedenen Spielpartnern. Das Spiel hilft Kindern, Kompetenzen zu erwerben, eine eigene Identität zu entwickeln und in die Gesellschaft hineinzuwachsen. Im Spiel des Kindes ist ein Selbstbildungsprozess erkennbar, der von außen nicht gestört werden sollte. Das Spielangebot muss jedoch den Bedürfnissen der Kinder entsprechend vielfältig und anregungsreich sein.

Nur auf der Basis eigener Erfahrungen kann das Kind sich auf seine Weise die Welt erobern und sich sein Weltbild aufbauen.

Die Kinder lernen im Spiel den Umgang mit den verschiedenen Spielmaterialien, mit anderen und sich selbst und das Wichtigste dabei ist: es macht Spaß!

Wir sehen das Spiel als:

  • elementare Form des Lernens
  • Arbeit des Kindes
  • ureigenste Ausdrucksform der inneren Befindlichkeit und des Erlebens
  • Mittel auf dem Weg in ein selbständiges Leben
  • Spaß und Freude
  • kindliche Form der Auseinandersetzung
  • Auslöser und Bestandteil geplanter Lernaktivitäten


Projektarbeit → situations- und themenbezogenes Arbeiten

Projektarbeit bedeutet für uns eine ganzheitliche, also körperliche, geistige und seelische Erarbeitung eines Themas. Dabei stehen nicht das „vorzeigbare“ Endergebnis, sondern der Handlungsprozess und das selbständige Tun im Vordergrund. Ein Projekt muss sich entwickeln und der zeitliche Rahmen bzw. das Ende lässt sich nicht vorher festlegen. Situationen, Bedürfnisse und Interessen der Kinder stehen im Mittelpunkt und werden durch unsere Beobachtungen aufgegriffen (Situationsanalyse).

So entstehen verschiedene Arten von Projekten:

  • Projekte zur Gruppensituation  (z.B. Eingewöhnungsphase, Freunde finden, Konflikte lösen)
  • Projekte im Jahreskreis (z.B. St. Martin –Themenkreis „Teilen“)
  • Projekte aus Interessen und Bedürfnissen der Kinder heraus (z.B. Indianer, „Mein Körper“, Zauberwald)

→ Wenn wir verschiedene Interessen und Ideen beobachten können, werden mögliche Themen besprochen und mit den Kindern demokratisch darüber abgestimmt. Bei der Planung und Durchführung eines Projekts werden Ideen und Vorschläge der Kinder miteinbezogen. Ein Projekt ist zu Ende, wenn die jeweilige Situation nicht mehr aktuell ist bzw. das Interesse der Kinder an einem bestimmten Thema ausgeschöpft ist. Anhand von Tages- bzw. Wochenrückblicken, Aushängen, Infobriefen und Fotocollagen informieren wir die Eltern und dokumentieren unsere Arbeit. Rückblickend werden der Verlauf des Projektes und die Erlebnisse und Lernerfahrungen im Team und mit den Kindern reflektiert.

 

Gezielte Lern- und Bildungsangebote

Zusätzlich zu den Lern-und Erfahrungsfeldern, die den Kindern während der gesamten Freispielzeit zur Verfügung stehen, bieten wir in den Gruppen und gruppenübergreifend regelmäßig gezielte Lern-und Entwicklungsangebote passend zum jeweiligen Thema auf ganzheitlicher Ebene an. Diese werden zum Teil in der Gesamtgruppe oder in Kleingruppen durchgeführt. (Beispiele siehe „Unsere Bildungs- und Erziehungsziele“)

 

Integration erleben

Damit unsere Kinder mit Andersartigkeit vertraut werden, mit der Unterschiedlichkeit der Menschen umgehen lernen und sie später als normal sehen können, beantworten wir ihre Fragen (z.B. warum kann sie nicht sprechen? Was hat er da an den Füssen? Wozu braucht man Schienen? Warum sieht der anders aus?) und sprechen offen über Stärken und Schwächen. In der Integrationsgruppe greifen wir das Thema „Anders-sein“ bei Bedarf auf und bearbeiten es mit den Kindern in Form eines „Kleinprojektes“ (z.B. Bilderbücher, Lieder, Geschichten, Gespräche). Bei Angeboten werden alle Kinder miteinbezogen, können im Rahmen ihrer Möglichkeiten teilnehmen, so gut es geht mitmachen oder einfach nur dabei sein. Kein Kind wird aufgrund eines Handicaps ausgegrenzt.

 

Gespräche

Ein weiterer Schwerpunkt in unserer päd. Arbeit ist, mit den Kindern auf unterschiedliche Art und Weise ins Gespräch zu kommen, um ihre Wünsche, Bedürfnisse und Anliegen zu erfahren. Dabei treten wir den Kindern offen und ehrlich gegenüber. Es ist uns wichtig, dass die Kinder in angeleiteten Gesprächen Zeit und Raum finden, Fragen zu stellen, aktiv zuhören und Gefühle äußern und ansprechen können. Die Kinder werden mit Gesprächsregeln vertraut gemacht und lernen damit umzugehen; d.h. den Gesprächspartner ernst zu nehmen, ihm zuzuhören aber auch aussprechen zu lassen.

Morgenkreis: Wir treffen uns jeden Tag mit allen Kindern der Gruppe, um gemeinsam den Tag zu beginnen, uns auszutauschen, Erlebnisse mitzuteilen, sich und die anderen als Teil der Gruppe wahrzunehmen und gemeinsam den Tag zu planen. Wir nutzen die gemeinsame Zeit auch, die Kinder über Aktionen oder Vorhaben zu informieren und demokratische Entscheidungen zu treffen.

Stuhl-, Sitz-, oder Gesprächskreis: Der Stuhlkreis in den Gruppen ist eine weitere Form mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. So kann spontan nach einer Geschichte bzw. Bilderbuch ein Gespräch oder eine Diskussion über den Inhalt des Gelesenen entstehen, Fragen der Kinder beantwortet oder einfach Wissen und Informationen zu Projekten oder Themen ausgetauscht werden. Zusätzlich zu Gruppengesprächen ergeben sich während des Tages verschiedene individuelle und spontane Gespräche mit einzelnen Kindern oder mit Kleingruppen.

 
Pädagogische Haltung

In unserer Vorbildfunktion sowie als Partner und Begleiter im gemeinsamen Spiel leben wir den Kindern Werte und Normen vor und zeigen ihnen Umgangsformen im täglichen Miteinander auf (z.B. wie man miteinander spricht, sich begrüßt, miteinander umgeht, gemeinsam Spaß haben kann). Dabei achten wir stets darauf, selbst die Regeln einzuhalten, das eigene Handeln zu begründen und den Kindern begreifbar zu machen. Um den Kindern im Alltag Grenzen und Sicherheit geben zu können, handeln wir konsequent; d.h. wir zeigen den Kindern durchführbare Konsequenzen auf und halten diese auch ein.


Beobachtung und Dokumentation

Die Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklung ist ein wichtiger und umfangreicher Bestandteil unserer päd. Arbeit. Wir erachten ganzheitliche Beobachtungsmethoden als Grundvoraussetzung, um auf die Bedürfnisse und Interessen der Kinder reagieren zu können. Zu Beginn jedes Kindergartenjahres laufen in den Gruppen intensive Beobachtungen zur Eingewöhnungszeit, die wir in einem speziell dafür entwickelten Eingewöhnungsbogen schriftlich festhalten. Im Zeitraum von Oktober bis November finden mit den neuen Eltern dann Gespräche zum Verlauf der Eingewöhnung statt. Während des Jahresverlaufs werden die Kinder weiter beobachtet und wir tauschen uns im Gruppen- oder Gesamtteam über Entwicklungsverlauf und Befindlichkeit der einzelnen Kinder aus. Zur Dokumentation haben wir auch hierfür einen einheitlichen Gesprächsleitfaden erarbeitet, der als Grundlage für Entwicklungsgespräche dient.

Zum Einsatz kommen zusätzlich die gesetzlich vorgeschriebenen Beobachtungsbögen PERIK, SELDAK und SISMIK (AVBayKiBiG), die den Entwicklungsverlauf bei Kindern dokumentieren und darstellen.

  • PERIK = Positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag (§ 1 Abs. 2 Satz 2 AVBayKiBiG)
  • SELDAK = Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern (§ 5 Abs. 3 AVBayKiBiG)
  • SISMIK = Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen (§ 5 Abs. 2 AVBayKiBiG)

 

in der Kleinkindgruppe...

 

Atmosphäre

Unsere Einrichtung ist ein Haus, in dem sich Kinder und Erwachsene in einer einladenden und gemütlichen Atmosphäre wohlfühlen können. Wir gestalten unsere Kindertagesstätte freundlich und ansprechend. Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ legen wir besonderen Wert auf übersichtliche, warme und farblich abgestimmte Räume. Das Zusammenleben zeichnet sich durch eine gute Stimmung, sowie durch einen offenen, fröhlichen und menschlichen Umgang miteinander aus.

 

Bindungstheorie und Eingewöhnung

Warum ist Eingewöhnung so wichtig? – Die Bedeutung der Bindung:

Der englische Kinderpsychiater John Bolwby entwickelte Ende der 70er Jahre die so genannte Bindungstheorie. Diese besagt, dass Säuglinge und Kleinkinder zu nahestehenden Personen unterschiedliche Formen der Bindung und Beziehung entwickeln können. Die Bindung zu den ersten Bezugspersonen (den Eltern) ist stets stärker und tiefgreifender als die Beziehung zu anderen Personen (z.B. Erzieher/in). Kinder unter drei Jahren können also mehrere Beziehungen zu anderen Personen aufbauen, ohne dass die Bindung zu den Eltern darunter leidet.

Eine zuverlässige Beziehung zu einer Bezugsperson ist deshalb so wichtig, da ohne sie eine gesunde Entwicklung und Lernen kaum denkbar ist. Damit die Erzieherin oder der Erzieher zu einer verlässlichen Bezugsperson wird, braucht es deshalb eine Phase der Eingewöhnung, die im Beisein eines Elternteils stattfindet. Eine gut gestaltete Eingewöhnungszeit ist somit die Grundlage für weiteres lernen.

Darüber hinaus ist die bewusste Gestaltung der Eingewöhnungsphase ein Kernstück Qualitätsmerkmal der pädagogischen Arbeit in unserer Integrativen Kleinkindgruppe.

Die Gestaltung der Eingewöhnungszeit in unserer Einrichtung

Eine Eingewöhnungszeit, die von den Eltern begleitet wird, ist für alle Altersgruppen in der Kleinkindgruppe unerlässlich. Diese dauert im Normalfall bis zu vier Wochen, kann jedoch auch variieren, da wir die individuelle Entwicklung jedes Kindes berücksichtigen.

Diese ersten Wochen bedeuten für alle Beteiligten eine Auseinandersetzung mit Neuem und Ungewohntem. Für die Kinder ist die Eingewöhnung in die Kleinkindgruppe oftmals die erste Erfahrung, sich vom Elternhaus zu lösen. Es ist möglich, dass in dieser Zeit des Übergangs starke Gefühle auftreten. Daher ist es notwendig, sich dieser Gefühle bewusst zu werden und sich darüber auszutauschen. Die pädagogischen Mitarbeiter sind jederzeit Ansprechpartner für Fragen und Sorgen der Eltern, besonders aber während der Eingewöhnungsphase.

Dadurch wird das Vertrauen gestärkt, das sich spürbar auf alle Beteiligten überträgt und dem Kind die Eingewöhnung erleichtert. Unser Ziel ist, dass sich Eltern und Kinder gleichermaßen bei uns wohl fühlen. Mit dem sicheren, vertrauensvollen Rückhalt durch die Eltern kann es den Raum und die neuen Personen kennenlernen bis es schließlich ein konstantes und verlässliches Vertrauensverhältnis zur pädagogischen Fachkraft aufgebaut hat. Die Betreuer möchten dabei die Eltern bzw. die Mutter auf keinen Fall ersetzen. Die Eltern werden immer die ersten und wichtigsten Bindungspersonen des Kindes bleiben.

Im Vorfeld der Eingewöhnung findet ein differenziertes Gespräch mit den Eltern des Kindes statt. Dieses Gespräch führt in der Regel die pädagogische Fachkraft, die dann auch weiterhin die Eingewöhnung begleiten wird. Gemeinsam wird hier nach Möglichkeiten und Methoden gesucht, um dem Kind den Übergang so leicht wie möglich zu machen. Dazu zählt vor allem der Austausch über Gewohnheiten und Vorlieben des Kindes, anhand eines von uns erarbeiteten Leitfadens.

Am Ende der Eingewöhnung findet wiederum ein Abschlussgespräch statt, in dem die vergangenen Wochen von beiden Seiten reflektiert werden.

Die einzelnen Schritte der Eingewöhnung

Die eigentliche Eingewöhnungszeit beginnt mit einer Grundphase, die zwischen 4 – 7 Tagen dauert. Während dieser Zeit kommt das Kind zusammen mit einer engen Bezugsperson (Mutter/Vater/Großmutter/Großvater/o.a.) für ca. 1-2 Stunden in die Einrichtung. Dem Kind wird Zeit gegeben sich mit den neuen Räumlichkeiten und Spielsachen vertraut zu machen. Nach und nach geht die/der Betreuer/in auf das Kind zu und bietet z.B. Spielmöglichkeiten an. Die Bezugsperson dient während dieser Zeit als „sicherer Hafen“, zu dem das Kind jederzeit zurückkommen kann. Das heißt sie spielt nicht aktiv mit dem Kind, ist aber jederzeit präsent, wenn das Kind Nähe benötigt. Ab dem zweiten Tag finden auch pflegerische Tätigkeiten in der Einrichtung statt. Anfangs werden diese von der Mutter/dem Vater übernommen, die pädagogische Fachkraft ist mit dabei, damit sich das Kind langsam an die neue Person gewöhnt und Vertrauen entwickelt. Wenn es für das Kind in Ordnung ist, werden diese Tätigkeiten im Beisein der Bezugsperson in den folgenden Tagen von den Betreuern nach und nach übernommen.

Am Ende der Grundphase steht der erste Trennungsversuch. Wann diese Trennung genau stattfindet, wird für jedes Kind individuell entschieden, je nachdem, inwieweit es sich schon von seiner wichtigsten Bezugsperson lösen kann. Bitte drängen sie ihr Kind nicht und geben sie ihm die Zeit, die es benötigt. Die erste Trennung erfolgt frühestens am 4. und spätestens am 7. Tag und dauert ca. 15- 20 Minuten.

Wichtig ist, dass sich die Bezugsperson stets von ihrem Kind verabschiedet und anfangs z.B. ein Kleidungsstück oder die Tasche im Raum lässt.

Im Anschluss an die Trennung erfolgt ein kurzer Austausch, das weitere Vorgehen wird besprochen. Dann ist der Krippentag für das Kind zu Ende.

In einer Stabilisierungsphase wird der Trennungszeitraum nun langsam und schrittweise gesteigert. Das Kind lernt den Tagesablauf so immer mehr kennen und gewinnt durch die tägliche Wiederholung zunehmend Sicherheit, dass die Mutter / der Vater immer wieder kommt. Das Vertrauensverhältnis zur Betreuungsperson vertieft sich dabei immer mehr. Diese Stabilisierungsphase dauert ca. 5 – 10 Tage. Anfangs halten sich die Eltern während der Trennungsphase noch in der Einrichtung auf (Elternecke / Besprechungszimmer), später sind sie über das Handy erreichbar, um im „Notfall“ zur Stelle zu sein.

Im Einzelnen unterteilt sich diese Phase folgendermaßen:

  • Am Anfang lernt das Kind die Betreuerin/den Betreuer, die Räumlichkeiten der Gruppe, die Spielangebote, und die anderen Gruppenmitglieder kennen.
  • Wenn dieser Bereich für das Kind genügend Sicherheit bietet bleibt das Kind zum Mittagessen
  • Dann folgt ein großer und bedeutsamer Schritt, der behutsam angegangen wird: Das Ruhen bzw. Schlafen in der Gruppe bedeutet für jedes Kind, noch einmal sein ganzes Vertrauen in die Betreuerin/ den Betreuer zu setzen.

Ist dieser Schritt geschafft folgt die Abschlussphase, die ca. 4- 5 Tage andauert. Während dieser Phase wird die Betreuungszeit - wenn möglich - auf die endgültige Buchungszeit ausgedehnt. Die Kinder erleben jetzt beispielsweise die Obstrunde/Brotzeit im Anschluss an die Ruhezeit, sowie die Freispielzeit, bis die Eltern das Kind abholen. Spätestens in dieser Phase erfolgt die Trennung und Verabschiedung von der Mutter / dem Vater auch direkt an der Gruppenzimmertür.

Sind alle diesen Phasen erfolgreich durchlebt, können wir und auch die Eltern von einer geglückten und abgeschlossenen Eingewöhnung ausgehen.

Wie bereits erwähnt, kann eine Eingewöhnung von starken Gefühlsäußerungen, wie Weinen, Schreien, usw. begleitet sein. Es ist wichtig, dass das Kind und auch die Eltern diese Gefühle offen zeigen und herauslassen dürfen. Sie sind völlig normal und wichtig, sowie ein Zeichen enger Bindung zueinander. Jede Familie wird individuell mit dieser neuen und einzigartigen Situation umgehen. Ein regelmäßiger Austausch, sowie gegenseitiges Vertrauen sind die Basis einer erfolgreichen Eingewöhnung!

 

Sauberkeitsentwicklung

Die Sauberkeitsentwicklung ist geprägt von einem engen Miteinander zwischen Eltern, Kind und der Betreuungsperson in der Kleinkindgruppe. Wir achten in diesem Bereich besonders auf die Individualität des Kindes. So beinhaltet das tägliche Wickeln nicht nur das Wechseln der Windel, sondern auch den intensiven persönlichen Kontakt zum Kind. Die Wahrnehmung des Körpers und der Aufbau von Vertrauen sind uns dabei besonders wichtig. Der Zeitpunkt der eigentlichen Sauberkeitserziehung wird dann vom Kind selbst bestimmt. Wir achten darauf, dass das Kind sowohl auch die physischen Fähigkeiten dazu entwickeln konnte, als auch Interesse am „Sauber werden“ (z.B. Kind will auf die Toilette oder auf das Töpfchen) zeigt.

 

Pädagogische Haltung

Wir begegnen dem Kind mit seinen Fähigkeiten, seiner Unbeholfenheit respektvoll und tolerant, sehen es als eigene Persönlichkeit und nehmen es in seinen Bedürfnissen ernst. Wir achten unsere Vorbildfunktion und treten dem Kind liebevoll und authentisch gegenüber.

 

Themenbezogenes Angebot

Während der Freispielzeit oder dem Morgenkreis bieten wir den Kindern verschiedene Angebote an. Dies können unter anderem Fingerspiele, Bilderbuchbetrachtungen, Reime oder Experimente sein. Hierbei achten wir besonders auf den individuellen Entwicklungsstand, sowie den Interessen der einzelnen Kinder. (Weitere Beispiele siehe auch „Unsere Bildungs- und Erziehungsziele“)

 

Integration erleben

In unserer Einrichtung können wir bis zu 3 Kinder je nach Persönlichkeit und Art der Beeinträchtigung als „Integrationskinder“ aufnehmen. Die Unterschiedlichkeit wird nicht als Defizit gesehen, sondern als Chance für gegenseitige Wertschätzung und Bereicherung. Einmal pro Woche begleitet der Fachdienst unsere Kleinkindgruppe und fördert und unterstützt speziell die Integrationskinder. (siehe „Integration“)

 

Beobachtung und Dokumentation

Um Kinder gezielt am Bildungsgeschehen zu beteiligen und zu unterstützen, ist eine prozessorientierte Beobachtung und Dokumentation notwendig. Sie ist der Schlüssel unserer pädagogischen Arbeit und macht den individuellen Lern- und Entwicklungsverlauf des Kindes nachvollziehbar. In den ersten drei Lebensjahren ist die Beobachtung und Dokumentation auch für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern von großer Bedeutung. Unsere Beobachtungsmethoden sind kompetenz- und stärkenorientiert, d.h. die Aufmerksamkeit ist darauf gerichtet, was das Kind schon alles kann bzw. welche (Lern-) Interessen es gerade hat. Als Beobachtungs- und Dokumentationsmethode nutzen wir individuelle Portfolios in Kombination mit den Lerngeschichten. Diese Beobachtungsmethoden dienen zudem der Reflexion unserer pädagogischen Arbeit, um Bildungs- und Erziehungsziele umzusetzen.


PORTFOLIO

Das Portfolio ist eine zielgerichtete Sammlung von Dokumenten. In unserer Einrichtung sind dies Fotos, Werke der Kinder und Beobachtungen in Form von „Lerngeschichten“.

Es ist ein Instrument das Beobachtung und Dokumentation zusammenbringt und für weitere Entwicklungsschritte des Kindes nutzbar macht.

Diese Ordner dienen als Grundlage für Team-, Fall- und Elterngespräche. Sie haben nicht das Ziel wahllos möglichst viele Dokumente zu sammeln, sondern bewusst mit dem Kind besondere Entwicklungsschritte, Ereignisse und Werke festzuhalten.

Das Portfolio wird somit vom Kind aktiv mitgestaltet und erarbeitet. Es bleibt auch nach der Zeit in der Kleinkindgruppe im Besitz des Kindes.


LERNGESCHICHTEN

Die „learning stories“ stammen ursprünglich aus Neuseeland.

Ziel bei diesem Beobachtungs- und Dokumentationsinstrument ist dabei nicht die Erfassung des Ergebnisses (z.B. „Kind kann jetzt laufen“), sondern die Dokumentation des Lernprozesses (z.B. „Wie hat es laufen gelernt?“).

Das Bildungsverhalten des Kindes wird dabei von einer Betreuungsperson über einen bestimmten Zeitraum beobachtet und schriftlich erfasst. Dabei werden besondere Richtlinien beachtet, wie z.B. stets wertschätzend zu sein, sowie die Sichtweise des Kindes mit einzubeziehen. Das beobachtete Verhalten wird anschließend von den Betreuungspersonen möglichst neutral interpretiert und analysiert. Die Lerngeschichten dienen als Grundlage für den Austausch mit den Eltern, dem Team und auch mit dem Kind.