Integration - was bedeutet das

integration1

In unserem Kindergarten verstehen wir unter Integration die gemeinsame Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung/Beeinträchtigung.

Für uns ist es wichtig, dass jedes Kind in seinem natürlichen Umfeld aufwachsen kann.

 

 

 

Daher ist für uns Integration nicht nur ein gesellschaftlicher Auftrag, sondern „Normalität“, d.h. im Alltag:

  • zusammen aufwachsen
  • miteinander spielen
  • voneinander lernen
  • füreinander da sein
  • gemeinsam leben
„Es gibt keine Norm für das Menschsein, es ist normal, verschieden zu sein.“
(Richard von Weizäcker)

Durch die integrative Arbeit im Kindergarten kann das Verständnis und die Aufmerksamkeit für Individualität geweckt und dem Leistungsdenken entgegengewirkt werden. Gegenseitige Akzeptanz und Toleranz werden aufgebaut und die Kinder sammeln neue Erfahrungen für die Zukunft. 


Aufgenommen werden können Kinder mit z.B. integration3

  • allgemeiner Entwicklungsverzögerung
  • chronischen Erkrankungen (z.B. Stoffwechselerkrankung)
  • Sprachauffälligkeiten
  • geistiger Behinderung (z.B. Downsyndrom)
  • motorischen Beeinträchtigungen
  • Körperbehinderung (z.B. Spastik)
  • psychischen Auffälligkeiten
  • Sinnesbehinderung
  • Wahrnehmungsstörungen

 

In einem ausführlichen Vorgespräch zusammen mit den Eltern und dem Fachdienst wird über eine mögliche Aufnahme in die Integrationsgruppe individuell entschieden. Dabei berücksichtigen wir die Art der Beeinträchtigung, sowie die jeweils aktuelle Gruppenzusammensetzung.

Gruppenstruktur:

  • Durch den erhöhten Betreuungs- und Förderbedarf ist die Kinderzahl in der Kindergarten-Integrationsgruppe auf max. 15 Kinder reduziert, davon zwischen 3 und 6 Integrationskinder. In der integrativen Kleinkindgruppe beträgt die Kinderzahl max. 12 Kinder, davon bis zu 3 Integrationskinder.
  • In der Integrationsgruppe werden die Kinder durch spezielle Angebote, die ihrem individuellen Entwicklungsstand entsprechen, gefördert und können damit Entwicklungsschritte im eigenen Tempo machen.
  • Dies erfordert eine erhöhte personelle Besetzung (3 Kräfte je integrativer Gruppe).
  • Eine intensive und regelmäßige Zusammenarbeit mit den Eltern ist dabei Grundlage für eine gelingende Integrationsarbeit. 
  • Das Team wird vom Fachdienst (Sonderpädagoge) durch Beratung und regelmäßgige Förderung der Kinder unterstützt.

Der Fachdienst (Sonderpädagoge) ist zweimal wöchentlich im Haus und unterstützt und begleitet uns bei der integrativen Arbeit. Die Integrationskinder werden in Kleingruppen oder einzeln speziell gefördert.

Die Förderung ist in das Gruppengeschehen integriert, kann sowohl im eigens geschafffenen Therapieraum, oder in allen Räumlichkeiten unseres Hauses stattfinden und enthält verschiedenste Förderangebote (z.B. sensorische Integration, Kreativangebote, Bewegungsbaustelle).


integration2Die Tätigkeit des Fachdienstes in Zusammenarbeit mit dem Team umfasst außerdem:

  • regelmäßige Fallbesprechungen und Beratungsgespräche
  • Elterngespräche, Elternberatung
  • Erziehungs- und Förderplanung
  • Beobachtungsbögen und Entwicklungsberichte erstellen
  • Beratung zur Weitervermittlung an geeignete weiterführende Einrichtungen oder weitere Fördermaßnamen

 

 

Damit Integration gelingen kann, ist die intensive Zusammenarbeit mit Therapeuten und anderen Einrichtungen dringend notwendig:integration4

  •  Therapeuten (z.B. Ergotherapie, Logopädie)
  •  Kliniken, Ärzte, Frühförderstellen, Netz für Kinder
  •  Heilpädagogische Einrichtungen
  •  Schulen, DFK, SVE, HPZ, etc.
  •  Arbeitskreis „Integrative Erziehung“
  •  Mobiler sonderpädagogischer Dienst

 

 

 

Der situationsorientierte Ansatz bildet die beste Grundlage für die integrative Arbeit in unserem Haus. Durch genaue Beobachtung der Gruppe und der einzelnen Kinder, kann dort angesetzt werden, wo deren Fähigkeiten und Bedürfnisse sind.

Durch die innere Öffnung des Kindergartens (z.B. gruppenübergreifende Angebote, gemeinsame Aktivitäten) betrifft die Integration den gesamten Kindergarten. Die Integrationskinder sollen keine Sonderstellung, sondern eine Gleichstellung erfahren.

Das ist eine Bereicherung für uns alle und trägt zur Bildungsarbeit bei.

Denn Bildung heißt auch:
Lernen mit der Unterschiedlichkeit der Menschen umzugehen.